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Immobilienblasenangstmachnutzer aka Bundesbanker

Liebe Bundesbanker, wir haben Euch doch schon lange verstanden. Ihr wollt gern Zugriff auf die Daten aller Verbraucher, die Immobilien finanzieren. Die Meldepflichten für Millionenkredite (ab 1 Mio. Euro) und anonymen Statistiken der Banken über jeden kleinen Kredit reichen Euch nicht mehr aus. Ihr wollt jeden Bürger durchleuchten können und die Banken bei ihrer Kreditvergabe noch mehr gleichschalten.

Und weil ihr das so nicht einfach so sagen könnt, muss halt zum hundertsten Mal die Immobilienblase herhalten. Die Immobilienblase, die ihr zwar noch gar nicht seht und nicht sehen könnt. Weil …

  1. sie nicht belegbar ist (ein reiner Preisanstieg ist keine Blase!)
  2. sie nicht finanziert ist (wie ihr selbst feststellt, steigt das Kreditvolumen in Deutschland trotz steigender Preise nicht an)
  3. ihr mangels Daten überhaupt nicht sehen könntet und
  4. wenn ihr die Daten hättet und eine Blase „sehen“ würdet, nicht darüber reden könntet, weil ihr dann das Platzen auslösen und die Finanzmarktstabilität gefährenden würdet. Zur Erinnerung: Ihr habt die amerikanischen ABS/CDO in den Bilanzen deutscher Landesbanken bis ins Details gesehen und vor keiner Blase gewarnt!

Einfach nur Angst machen, um andere Ziele zu erreichen, ist unanständig!

Dabei müsst ihr Euch doch nur gedulden. Ab 1 Mio. Euro muss doch bereits jeder Kredit einzeln an Euch gemeldet werden. Bei der Wohnungsbaupolitik der letzten Regierungen und der Hilflosigkeit der aktuellen Verhandler, steigen die Immobilienpreise doch weiter und immer mehr Verbraucher rutschen über die 1 Mio. Euro Hypothekenkredit und werden ehe meldepflichtig. In den Ballungszentren München, Hamburg, Berlin (wo ihr die größten Gefahren seht), bekommt ihr doch schon einen erkläglichen Anteil der Immobilienfinanzierungen von Verbrauchern gemeldet. Also, habt einfach nur Geduld und hört bitte auf Angst verbreiten zu wollen. Die Menschen brauchen Wohnraum. Dafür zahlen Sie, was der Markt verlangt. Wenn nicht mehr gebaut wird, wird dass halt immer mehr. Lösungen gibt es hier!

Die Gewinner und Verlierer der aktuellen Wohnungspolitik

Wie die Deutsche Bundesbank heute berichtet, ist das private Baufinanzierungsvolumen in Deutschland im September 2017 mit 17,4 Mrd. Euro auf den niedrigsten Wert seit Februar 2015 gefallen. Damit dreht der Gesamtmarkt 2017 von +1 Prozent Ende August auf -1% im September.

Wer jetzt noch behauptet, in Deutschland gebe es eine spekulative Übertreibung der Immobilienpreise verkennt, dass dies einfach nur eine ökonomische Realität ist. Wenn – wie nun seit Jahren – zu wenige Wohnungen für die stetig wachsende Nachfrage gebaut werden, steigen nun einmal die Preise. Immer mehr Familien müssen mit weniger Quadratmetern bzw. Zimmern auskommen. Das ist keine Spekulation sondern Markt. Und wer glaubt, dass sich hier keine Nachfrage aufstaut, besuche mal Familien mit 2 Kindern in einer 3-Zimmer-Wohnung.

Und es ist auch keine Preisblase, die – weil spekulativ – irgendwann einmal plötzlich platzt. Wenn überhaupt, könnte es nur durch ein nachhaltiges Überangebot an Wohnraum und damit massivem Neubau irgendwann einmal zu einer Umkehr des Preistrends kommen. Das haben wir in Deutschland aber bisher nur 1x in unserer Geschichte geschafft – in der Ausnahmesituation Wiedervereinigung! Mit dem Herumdoktern an Symptomen (Stichwort Mietpreisbremse 2.0) ändert man die ökonimische Realität am Wohnungsmarkt nichts. Man steigert nur den Druck im Kessel und damit den Preisauftrieb in bestimmten Segmenten.

Für alle Wähler, hier ein Überblick über Gewinner und Verlierer, so lange die Politik nichts unternimmt, um die enormen Hürden für den Wohnungsbau abzubauen.

Beziehung
zur
Immobilie
Familien-
planung
Bewohner
Raum-
reserve
MietpreisHandlungsempfehlungErgebnis
Eigenutzerbeendet-Nichts tunGewinner!
Eigenutzeroffenja-Nichts tunGewinner!
Eigenutzeroffennein-„Tausch“ bzw. Upgrade zu hohen Transaktionskosten und DifferenzpreisenVerlierer
MieterbeendetfestBedrohung: Eigentümer veräußert an zukünftigen Eigennutzer (Eigenbedarfskündigung) aufgrund steigender Verkaufspreise und damit sinkender RenditeVerlierer!
Mieterbeendetvariabelmit stetig steigernder Miete planenVerlierer
MieteroffenjafestBedrohung: Eigentümer veräußert an zukünftigen Eigennutzer (Eigenbedarfskündigung) aufgrund steigender Verkaufspreise und damit sinkender RenditeVerlierer!
Mieteroffenjavariabelmit stetig steigernder Miete planenVerlierer
Mieteroffennein-Mit drastischer Mietsteigerung bei Anmietung der passenden Wohnung rechnenGroßer
Verlierer!
VermieterbeendetfestVeräußerung an Eigennutzer mit Möglichkeit der EigenbedarfskündigungGewinner!
VermieterbeendetvariabelMiete erhöhen oder Veräußerung an Eigennutzer/KapitalanlegerGewinner!
VermieteroffenjafestVeräußerung an Eigennutzer mit Möglichkeit der EigenbedarfskündigungGewinner!
VermieteroffenjavariabelErhöhung der Miete oder Veräußerung an Eigennutzer / KapitalanlegerGewinner!
Vermieteroffennein-Deutliche Mieterhöhung bei Neuvermietung oder Veräußerung an einen EigennutzerHaupt-
gewinner!

 

Und hier geht es zu wirksamen Ideen für die Milderung der Wohnungsnot!

Jamaika spricht über den Wohnungsbau – endlich

Nein. Doch. Staun. Nun ist der Wohnungsbau doch schon in den Koalitionsgesprächen angekommen. Bin wirklich gespannt … und hoffnungsfroh! Falls einer aus der Koalitionsrunde hier mitliest … ein paar Tipps von mir!

Asoziale Wohnungsbauverhinderer diesmal am Thälmannpark

Reale Wohnungsbaupolitik in Berlin: Die nächsten 600 Wohnungen, die in Berlin nicht gebaut werden. Ganz tolle Leistung unserer rot-rot-grünen Bezirks- und Landesregierung.

Nur zum Verständnis, es geht hier nicht um 600 fiktive Familien mit 2.000 fiktiven Mitgliedern, für die keine passende Wohnung gebaut wird. Es geht um 2.000 reale Familien, die weiterhin beengt wohnen müssen, weil je genau 1 Raum fehlt. Denn in die nun nicht gebauten Wohnungen wären 600 Familien eingezogen, die 600 kleinere Wohnungen hier in Berlin freigemacht hätten. In diese 600 kleineren Wohnungen wären erneut Familien eingezogen, für die diese kleineren Wohnungen gepasst hätten. Und so weiter und so fort. Am Ende wären 2.000 Familien glücklich und entspannt in neue Wohnungen eingezogen.

Also liebe 800 Wartenden in den Schlangen vor den Berliner Mietwohnungen, bedankt Euch beim rot-rot-grünen Senat! Der hat euch als Geiseln genommen, um weiterhin gegen böse Miethaie Stimmung machen zu können. Zynismus in Perfektion!

Und wer sich für das letzte Meisterwerk der asozialen Wohnungsbauverhinderer interessiert – hier geht es zum Dragoner-Areal.

Wohnungsbaugenehmigungen brechen ein?

Na da übertreibt das Handelsblatt jetzt aber ein klein wenig. Schade, dass man immer öfter selbst nachschauen muss, wenn man eine Veröffentlichung eines „Qualitätsmediums“ liest.

Die nicht verlinkte Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes zur Entwicklung im 1. Halbjahr gibt glücklicherweise detaillierte Zahlen an. Was deutlich zurückgegangen ist, sind Baugenehmigungen für Wohnheime (-32%). Überraschung, die Flüchtlingskrise 2015/2016 ist bewältigt und niemand will mehr zusätzliche Wohnheime planen.

Die Baugenehmigungen für wirklichen Wohnungsbau gehen zwar auch leicht zurück, aber nur um 2,5% bzw. von 142.084 auf 138.486 genehmigten Wohnungen. Die Genehmigungen von Mehrfamilienhäusern, welche typischerweise in den von der Wohnungsnot betroffenen Ballungszentren errichtet werden, steigt um 1,8% auf 82.088 Wohnungen (nach 80.672).

Insofern decken die Zahlen die reißerische Überschrift nicht! Was bleibt, und hinreichend im Artikel thematisiert wird, ist das dieses leichte Wachstum für die Ballungszentren nicht ausreicht. Lokal-, Länder- und Bundespolitiker müssen endlich beginnen, die historische Chance für Deutschland zu ergreifen. Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer, sind da nur ein kleines populistisches Mittelchen. Wirksam wären andere Maßnahmen!

 

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