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Der feine Unterschied zwischen „der Liebe zu einer 16-jährigen Frau“ und „potenziell pädokrimineller Kinderschändung“?

Ich brauche jetzt echt mal Nachhilfe …

Als vor nicht einmal einem Jahr, in der RTL-2-Sendung „Tatort Internet“ Stefanie zu Guttenberg als Co-Moderatorin auftrat und gemeinsam mit „Innocence in Danger“ und der Journalistin Beate Krafft-Schöning in Internet-Chats mit minderjährigen Lockvögeln auf Jagd nach Männern ging, wurden diese bereits beim ersten Besuch des „Kindes“ von BILD und vielen anderen „Volksmedien“ als (potenzielle) pädokriminelle Kinderschänder angeprangert. Der Volkszorn wurde geschürt und das Internet als kriminelles Medium, das es zu filtern und zensieren gilt, von breiten Teilen unserer Politiker verunglimpft.

Jetzt … 10 Monate später tritt ein CDU Spitzenkanditat wegen einer „legalen Liebe zu einer 16 jährigen Frau“ zurück, „mit der er sich mehrfach privat bei ihr und sich über das Wochenende getroffen hatte“. Die Beziehung sei in seinem privaten Umfeld „gut geheißen worden„. „Parteifreunden soll er erzählt haben, er verlebe eine wirklich wundervolle Zeit mit dem Mädchen.“ Selbst „Bild“ spricht jetzt von einem „Liebesdrama“ bzw. „Es war schlichtweg Liebe„. Besonders perfide auch immer wieder der Hinweis, dass er nicht verheiratet sei … wohl wichtig für das CDU Wahlvolk.

Was verdammt nochmal habe ich verpasst? Haben sich die Gesetze in den letzten 10 Monate so dramatisch geändert, dass aus einer „POTENZIELL kriminellen Handlung“, die den Betroffenen selbst ohne Tat ihre gesamte Existenz raubt und das Internet zu einem Medium von Kriminellen gemacht hat, eine „unglückliche Liebe“ wird, um die man am besten mit trauern sollte? Oder liegt es daran, dass BILD oder weite Teile der Presse und natürlich fast alle CDU/CSU-Politiker bewusst zweierlei Maß in der Bewertung ansetzen? Dann sollte sich niemand über den Aufschrei – der jetzt durch des freie Internet geht – wundern!

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