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#Goldshower

Gilt für alle Populisten, auf beiden Seiten des Atlantiks

Killt das Web 2.0 unsere Demokratie?

Für mich, und vermutlich auch viele der Leser dieses Artikels, wird es immer schwieriger zu verstehen, warum in einer Zeit der immer effizienteren Informationsverteilung Lügner und Populisten in den entwickeltsten Ländern dieser Welt Wahlen gewinnen. In Afrika oder Asien hab ich das ja noch für mich irgendwie – ohne viel Nachzudenken – mit einfachen Vorurteilen erklären können, aber BREXIT? Trump? AfD?

Das Internet macht es möglich, jede Aussage in Sekunden zu überprüfen und einen Populisten / Lügner / Demagogen zu überführen. Das Vertrauen und damit die politische Zukunft kann in Sekunden zerstört werden, wenn Wähler es nur will. Bei Stalin, Honecker oder Hitler war das noch nicht möglich. Es gab kein Internet. Und als Zeitungen und Funk gleichgeschaltet waren, gab es keine Chance mehr, Lügen zu entlarven. Heute ist dies aber eigentlich anderes.

Und trotzdem votierten mehr als 50% der Briten, die zur Urne gingen, für den BREXIT, der gerade diese Wähler zukünftig wirtschaftlich benachteiligt.

Warum will Wähler die Lügner aber nicht entlarven?

These: Hier kommt dem „Web 2.0“ – den sozialen Medien und den individualisierten Portalen – eine besondere Rolle zu. Menschen neigen dazu, aus der Flut der verfügbaren Informationsangebote diejenigen auszuwählen, die ihr eigenes Weltbild bestätigen. Man umgibt sich in den sozialen Netzen mit gleichgesinnten Freunden, Youtube & Co. schlagen Content vor, der zu meinem bisherigen Konsum passt. Mein Weltbild wird immer mehr gefestigt.

In der Demokratie 2.0 reicht es also aus, durch populistische Thesen Wähler(grüppchen) in seinen sozialen Meinungskreis zu ziehen. Nach kurzer Zeit verfestigt sich durch die systematische Migration des gesamten Meinungsbildes auf das Weltbild des Meinungskreises die Einbeziehung. BREXIT Befürworter, Trump Anhänger und AfD Wählerschaft bilden solche weitgehend entkoppelten Meinungskreise. Die Wahrheit dringt kaum in sie hervor. Der (oder die) Führer (nicht zufällig gewählter Begriff) eines solchen Meinungskreises muss sich natürlich etwas um die Pflege des Weltbildes innerhalb des Kreises kümmern. Speziell bei aktuellen Großereignisses gilt es das Meinungsbild im Kreis zu prägen. Verlustrisiken durch kritische Teilnehmer sind aber eher ungefährlich. Aber er (sie) muss Fischen. Neue Anhänger/Wähler in den Meinungskreis hineinziehen.

Denn gelingt es nun dem Führer seinen Meinungskreis auf die kritische Masse von 50% der relevanten Wahlbeteiligung anschwellen zu lassen, steht einem Wahlsieg nichts mehr entgegen 🙁

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