Weil der Erwerb von Wohneigentum in Deutschland den Grünen wohl immer noch zu einfach und zu billig ist, schlagen diese aktuell vor, die Nebenkosten noch einmal um 1.000 Euro für jeden Erwerber von Wohneigentum zu erhöhen.

Konkret geht es um den Vorschlag, dass „Bestellerprinzip“ von der Vermietung auch auf den Verkauf von Wohneigentum auszuweiten.

Mal abgesehen davon, dass das „Bestellerprinzip“ bereits im Mietmarkt massive Schäden für die Mieter zur Folge hatte (die Mieten steigen auch, weil die Kosten der Vermarktung nun in der Miete refinanziert werden müssen), ist dieser Vorstoß nun hanebüchen.

Die Kosten des Maklers sind bereits heute Teil des Verhandlungsergebnisses von Käufer und Verkäufer. Der Käufer ist sich dieser Nebenkosten bewusst und bringt sie bei der Ermittlung seines Kaufpreises (bzw. seines Budgets) in Abzug.

Würde der Gesetzgeber nun dem Vorschlag der Grünen folgen, würde der Verkäufer die Kosten des Maklers auf den Kaufpreis aufschlagen. Die Kaufpreise steigen (weiter) und damit auch die darauf erhobenen Steuern und Gebühren.

Ein kleines typisches Beispiel gefällig?

  • Die durchschnittlich Maklercourtage in Deutschland liegt bei etwa 5%.
  • Der mittlere Kaufpreis für einen Eigennutzer bei etwa 250.000 Euro.
  • Insofern erhöht sich der auszuweisende Kaufpreis um 12.500 Euro.
  • Dieser ist die Bemessungsgrundlage für Grunderwerbsteuer, Notar- und Amtsgebühren.
  • Zum Beispiel in Berlin betragen diese Kaufnebenkosten aktuell ca. 8% (6% Grunderwerbsteuer + 1,5% Notar + 0,5 Grundbuchamt).
  • 8% von 12.500 Euro macht zufällig genau 1.000 Euro zusätzliche Nebenkosten für den Erwerber.

Aber hey, aus Sicht der Grünen ist es halt immer noch viel zu billig, in Deutschland Wohneigentum zu erwerben. Und das Beste, auch die gerade neu zu definierende Grundsteuer steigt aufgrund der höheren Kaufpreise für die Wohnungseigentümer dank dieser Umlage um 5%. Aber wer will schon Wohneigentum?