Aus Angst vor der totalen Bedeutungslosigkeit setzt die SPD ihre Politik der Regulierung des Wohnungsmarktes im Zeichen grassierender Wohnungsnot mit Hochdruck fort. Den Vorschlag der Grünen, doch zukünftig das wirkungslose Bestellerprinzip auch auf den Kauf von Immobilien anzuwenden, um „die Käufer von den überhöhten Maklerprovisionen zu schützen“, will SPD Justizministerin Barley nach dem Wohnungsgipfel nun in die Tat umsetzen.

Was hoffentlich gut gemeint ist, wird absehbar nach hinten losgehen. Die Traumimmobilie wird für Familien z.B. in Berlin durch diese Maßnahme noch einmal um über 1% teurer! Schuld daran, ist der Basiseffekt, der dadurch entsteht, dass der Verkäufer die nun durch ihn zu vergütende Maklerprovision auf den Kaufpreis aufschlägt. Da sich alle Kostenpositionen auf diesen Kaufpreis der Immobilie beziehen, steigen sämtliche Steuern und Gebühren – und selbst der Makler erhält mehr Provision.

Berliner Immobilie: vor Bestellerprinzip nach Bestellerprinzip
Erlösanspruch Verkäufer 250.000,00 € 250.000,00 €
Provision Verkäufer Netto 6% 16.153,35 €
MwSt auf Provision 19% 3.069,14 €
Kaufpreis der Immobilie 250.000,00 € 269.222,49 €
Provision Käufer Netto 6% 15.000,00 €
MwSt auf Provision 19% 2.850,00 €
Grunderwerbsteuer 6% 15.000,00 € 16.153,35 €
Notar- & Grundbuchkosten 2% 5.000,00 € 5.384,45 €
Gesamtkosten Käufer 287.850,00 € 290.760,28 €
Mehrkosten für Käufer 2.910,28 €

Es gibt nun auch ernst zu nehmende Meinungen von Wirtschaftswissenschaftler, die glauben, die Verkäufer hätten ein höheres Gewicht zum Verhandlung der Provision des Maklers. Da die  gewöhnlichen deutschen Verkäufer diese nachweisbar aber in Regionen, in denen sich Verkäufer und Käufer die Provision hälftig teilen (wie z.B. in Bayern) bisher nicht genutzt haben, fällt es mir schwer, dieser Spekulation zu folgen. Im intransparenten deutschen Immobilienmarkt mit seinen unerfahrenen Verkäufern und Käufern ist der Makler immer noch ein wertvolles Bindeglied und zukünftig ein sehr wertvoller Berater und Vertreter des Verkäufers bei der Erzielung des optimalen Verkaufspreises. Einfache Frage:“Wollen sie wirklich an der Provision sparen oder für sich den höchsten Nettoerlös erzielen“?

Und selbst wenn die Makler ihre Provision um einen ganzen Prozentpunkt auf nur noch 5% zzgl. MwSt senken würden, würde der Basiseffekt diese Marktanpassung fast vollständig kompensieren.

Für mitlesende Politiker: Wirksame Maßnahme zur Bekämpfung des Preisanstiegs und der Wohnungsnot gibt es hier!