In Deutschland entscheidet zwischenzeitlich der Staat, wer einen Kredit bekommen darf und wer nicht. Die Süddeutsche berichtet aktuell an einem plastischen Beispiel, welche abstrusen Auswirkungen die jüngst im Eiltempo von der Bundesregierung beschlossene Wohnimmobilienkreditrichtlinie hat.

Nicht, wer einen Kredit will und selbst die Chancen und Risiken abwägt bekommt den Kredit von einer Bank, die selbst die Chancen und Risiken abwägt, bekommt ihn. Man (Kreditnehmer und Bürger) muss durch das von Politikern definierte Raster passen.

  • Eine Immobilie erwerben, wenn man noch keine Kinder hat, dies aber plant (also eine Immobilie mit Kinderzimmern erwerben will) … Politisch nicht erwünscht! Banken müssen bei geplantem Kinderwunsch mit fiktivem reduzierten Einkommen (es dürfen nicht Beide arbeiten) und fiktiven Kreditbelastungen in die nächsten 20 Jahre hineinrechnen (wenn man den Kredit mit unnatürlich hohen Tilgungen schneller als die Kinder groß wird zurückführt) … und dann wird es so oder so schnell eng. Politisch ist offensichtlich erwünscht, dass nur noch Bürger mit sicherer Lebensplanung Eigentümer werden (TIP: Bitte erst in die eigene Immobilie ziehen wollen, wenn genau so viele Kinder bereits da sind, wie Kinderzimmer in der Immobilie und beide bereits wieder arbeiten)!
  • Aber auch nicht zu lange warten, mit der Lebensplanung und dem eigenen Immobilienwunsch: Wer nicht mehr ganz jung ist, trotzdem aber eine neue Immobilie erwerben will, muss sich de facto vor Renteneintritt die komplette Entschuldung leisten können. Also bitte keine teuren Urlaubsreisen mehr, nachdem die Kinder aus dem Haus sind. Das Argument, mit der Rente passt man noch einmal seinen Immobilienbedarf an, zieht nicht mehr (ist politisch verboten). Wer bei Renteneintritt (mit den prognostizierten Renten aus dem politisch gestörten Rentensystem) nicht die prognostizierte Kreditrate bezahlen kann, darf nicht mehr umziehen (außer in eine Mietwohnung). Vermögen spielt dabei keine Rolle!
  • Apropos Vermögen: Wer viel Geld hat, aber nicht über ein regelmäßiges Einkommen verfügt (Privatier mit Schwerpunkt auf der Verwaltung des eigenen Vermögens), ist nicht mehr kreditwürdig. Jedenfalls wenn es darum geht, für den eigenen Bedarf eine Immobilie zu erwerben. Also bitte die eigenen Assets verkaufen und mit Eigenkapital die Immobilie erwerben. Das darf man NOCH (bis Immobilienmakler und Verkäufer gezwungen sind zu prüfen, ob man sich die Immobilie auch dauerhaft leisten kann)!

Führt dies nun endlich zum politisch gewollten Ausgleich im Immobilienmarkt? Weniger Käufer (weil ihnen die Immobilienfinanzierung verboten wird) sollten – so der politische Wille – zu weniger Nachfrage und damit zu nicht mehr steigenden Immobilienpreisen führen?

Weit gefehlt! Das Nachfrageüberhang (es fehlen in deutschen Ballungszentren mehr als 770.000 Wohnungen!!) ist so groß, dass noch immer viel mehr Menschen eine neue Bleibe suchen, als Wohnraum verfügbar ist. Die Wohnung bekommt jetzt nur jemand anderes (ein Bürger, der in das Raster der Politik für Immobilienerwerber passt und sie finanzieren darf). Der Rest verschärft halt den Druck im Mietmarkt, weil er nicht mehr kaufen darf!

Die vielen ECHTEN Lösungsoptionen bleiben weiterhin ungenutzt!