Viele Wohnungssuchende glauben aktuell, dass am Wohnungsmarkt eine Zeitenwende eingetreten ist und Deutschland urplötzlich in ein Land der Wohnungsnot mutiert wurde (und dass nur die ungeregelte Migration aus dem Rest Europas für diesen Missstand verantwortlich ist).

Ich hatte gerade einen längeren Dialog mit einem alten Hasen der politischen „Wohnungsmarktverschlimmbesserung“, der sich an die gute alte Zeit zurückerinnert, als die Politik zur Bekämpfung der Wohnungsnot wenigstens noch Experten mit Studien beauftragt hat.

Und schon damals (1994!) kamen diese Experten zum Ergebnis: die „extrem hohen Bau- und Bodenkosten in der Bundesrepublik sind weitgehend politisch zu verantworten“ (Seite 14, Ziffer 16). Und wenn etwas so lange „verantwortet“ wird, ist es wohl offensichtlich gewollt.

Wie hat die Politik auf diese und ähnliche Schelten reagiert. Ganz einfach … keine Experten mehr nach ihrer Meinung fragen. Ein paar Lobbygruppen (häufig von Ex-Politikern vertreten) zu interviewen reicht ja auch und tut nicht so weh.

Und 1994 war die Zahl der Baugenehmigungen mit 718.000 noch mehr als doppelt so hoch wie aktuell (2015: 308.000!)

PS: Übrigens auch die Vorschläge der Experten von damals lesen sich gut. Allein, sie wurden nie umgesetzt oder beachtet. Das Gegenteil ist häufig der Fall. Zum Beispiel bei der Vereinfachung des Miet(preis)rechtes!